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Wenn nicht Mal Geburtstage wichtig sind und man nur noch ein Ziel im Kopf hat!

Heute wurde 32 Jahre alt, mal davon abgesehen, dass ich mich viel jünger fühle sowie lebe, gibt es in meinem Leben seit einigen Monaten aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahren nur noch eine brutale Priorität – ein sehr langer Widerstand ab Oktober bei der Letzten Generation! Die Welt verändert sich, in meiner Jugend hätte man wahrscheinlich von einer besseren Weltveränderung geschrieben, aber heute ist alles anders. So habe ich heute […]
 Aktivismus-Tagebuch  

Heute wurde 32 Jahre alt, mal davon abgesehen, dass ich mich viel jünger fühle sowie lebe, gibt es in meinem Leben seit einigen Monaten aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahren nur noch eine brutale Priorität – ein sehr langer Widerstand ab Oktober bei der Letzten Generation!

Die Welt verändert sich, in meiner Jugend hätte man wahrscheinlich von einer besseren Weltveränderung geschrieben, aber heute ist alles anders. So habe ich heute an meinem Geburtstag 10 Stunden bei der Letzten Generation gearbeitet, ob Mobilisierungsarbeit in Nürnberg oder viele andere Calls. Wieso ich nun eine total andere Priorität als damals habe?

So viele Dinge in meinem Leben haben sich geändert, zum Schlechteren. Schöne lange Winter in meinem alten Bundesland Rheinland-Pfalz zu erleben, ist Schnee von gestern. Stabiles, berechnetes Wetter ist auch Vergangenheit. Dagegen erlebe ich in den letzten Jahre nicht nur immer heißere Sommers, sondern immer neue Rekorden bei Düren, Wasserknappheiten, Ernteausfällen und besonders immer mehr Konflikte auf der Erde. In der Schule lernte ich, dass man auf die Wissenschaft hört. Danach lernte ich von der Politik, dass man nicht auf die Wissenschaft hört und nach Corona noch mehr fossile Energien fördern will.

Dabei geht gerade meine und besonders aller anderen jungen Menschen die Zukunft den Bach runter. Die Klimakrise wird dabei von fast allen Wissenschaftler:innen als das größte Problem der Menschheit eingestuft. Warnungen darüber, dass die Lebensgrundlagen sich immer mehr verschlechtern werden, wenn die Politik und Teile der Gesellschaft weiterhin massiv viel CO2- und Methan verbrauchen, werden groß ignoriert. Wenn man auf die Daten seit den Klimakonferenzen schaut, steigen die CO₂-Werte immer höher und obwohl es seit circa 40 Jahren hier und da Klimakonferenzen gibt.

Die Realität holt uns auch immer mehr ein. Eine 1,5-Grad-Politik ist de facto untergegangen, die 1,5-Grad erreichen wir schon im Jahr 2026, aktuell sind wir bei 1,2 Grad. Das schreckliche dabei, das sind Durchschnittstemperaturen, der Planet besteht aus 2/3 von Meeresoberflächen, wo die Durchschnittstemperaturen nur klein ansteigen. Aber auf dem Land und besonders in den Städten werden wir viel krassere höhere Temperaturen erreichen. Da reden wir in Metropolregionen wie in Rhein-Neckar von mehr als 8 Grad, schon jetzt sieht man ja erste starke Unterschiede. Und allein der Ukraine-Krieg ließ die Kosten im Ernährungsbereich massiv steigen, aber die Klimakrise ist dagegen eine total andere Nummer – die Folgen sind dann viel schlimmer als ein Ukraine-Krieg.

Ich bin seit über 2 Jahren im Klima- und LGBTQIA*-Aktivismus aktiv, besonders viel, wenn es um das Klima geht. Besonnders viele Erfahrungen habe ich dabei bei der Letzten Generation gesammelt. Teile der Gesellschaft und ein sehr großer Teil der Politik will einfach das alte System fortsetzen. Also die eigenen hohen Lebensprivilegien behalten, auf Kosten der jungen Generation. Ob bei der Mobilität, Ernährung, im Konsum und vielen mehr. Halt nichts hinterfragen.

Ich dagegen habe in den zwei Jahren und besonders in den letzten 3–6 Monate eine massive Lebensveränderung hinter mich gebracht. Neben einer je vorbildlichen Mobilität und einer teils veganen Ernährung, kaufe ich seit Juli nur noch vegane Lebensmittel und habe meinen Konsum massiv heruntergeschraubt sowie versuche nun bewusster nachhaltiger zu kaufen. Dazu habe ich viele Dinge in meinem Leben hinterfragt. Meine Privilegien, nur in Heidelberg aktiv/unterwegs gewesen, eher unflexibel im Aktivismus sowie Leben zu sein und damals Angst vor den rechtlichen Folgen zu haben.

Wieso anders? Seitdem ich intensiv bei der Letzten Generation dabei bin – also seit den täglichen Blockaden in Berlin im Juni/Juli, habe ich mich umso mehr um die Klimakrise beschäftigt. Was man ja in diesem Blogartikel und in meiner jüngsten Historie gut erkennen kann. Ich bin auch sehr dankbar, dass ich auf meinen Weg des friedlichen Widerstands nicht allein bin und einige Menschen an meiner Seite habe, welche mir nun sehr am Herzen liegen.

Teils haben diese Menschen unbewusst durch ihr allgemeines einzigartiges Verhalten viel bei mir bewirkt – über den eigenen Schatten zu springen und selbst den Mut für mehr zu haben. Und als dann fast die Aktivistin in U-Haft sah welche zu meinen wenigen wichtigsten Aktivistinnen gehört, merkte ich, dass ich danach direkt Aktion gegangen wäre, damit sie nicht die einzige in U-Haft wäre. In diesem Ernstfall erkannte ich, dass ich soweit war und was ich paar Tage danach in meiner vorerst letzten Therapiesitzung auch gemerkt habe. Seitdem lässt mich dieses Thema nicht mehr los. Denn vor Berlin hätte ich mich auf sowas nie eingelassen, ein paar Gewahrsamen über Nacht wäre das Höchste gewesen.

Aus diesem Grund werde ich nicht nur bei den täglichen Blockaden ab dem 10. Oktober in Berlin mitmachen, sondern auch durch die wiederholenden und nie endeten Blockade-Beteiligungen den Rechtsstaat herausfordern. Sich endlich für eine konsequente Klimapolitik zu entscheiden oder mich in einem viel längeren Gewahrsam bringen zu müssen – dann reden wir nicht mehr von paar Tagen und vielleicht in einem Rahmen, was ich noch vor kurzum zu 100% ausgeschlossen hätte. Denn ich wurde selbst zu einer aktivistischen Person, wie die Aktivistin, welche ich bewundert habe. Ich fand meinen eigenen Pfad des Widerstands.

Denn mir ist nichts wichtiger, als den Wahnsinn unserer Politik durch eigenes konsequentes Handeln aufzuzeigen. Auch, wenn mein konsequentes Handeln bedeutet, dass ich die Notwohnung verliere und nach paar Monaten ein neues Zuhause suchen muss.

Dafür bereite ich mich gerade in allen Ebenen vor, ob bei meinem Eigentum, meiner Wohnungskatze, meiner mentalen Kraft und bis Oktober den Buddhismus gut erlernt zu haben. Denn es geht um meine Zukunft und der anderen (jungen) Menschen. Da auch viele Menschen nicht den Mut wie ich haben, muss ich einfach vorwärts gehen. Ich kann da nicht sagen, sorry, ist mir zu unangenehm. Denn die Klimakrise ist am Ende das Schlimmste und auch der Schmerz, dass andere den Mut hatten und ich nicht. Immerhin viel mehr Mut, als die Regierung bis jetzt hatte.